Neuordnung der Grundsteuer - Sachstand und Rechtsfolgen

Vortrag von RA Johannes Grell

Inhaltsbeschreibung / Abstract

Mit Urteil vom 10. April 2018 hat das Bundesverfassungsgericht die Regelungen des Bewertungsgesetzes zur Einheitsbewertung von Grundvermögen in den „alten“ Bundesländern jedenfalls seit dem Beginn des Jahres 2002 mit dem allgemeinen Gleichheitssatz als unvereinbar erklärt (1 BvL 11/14, 1 BvR 889/12, 1 BvR 639/11, 1 BvL 1/15, 1 BvL 12/14). Das Festhalten des Gesetzgebers an dem Hauptfeststellungszeitpunkt von 1964 führt zu gravierenden und umfassenden Ungleichbehandlungen bei der Bewertung von Grundvermögen, für die es keine ausreichende Rechtfertigung gibt. Gleichwohl hat das Bundesverfassungsgericht bestimmt, dass die bisherigen Bestimmungen „zunächst“ bis zum 31.12.2019 fortgelten. Bis zu diesem Zeitpunkt hat der Gesetzgeber die Grundsteuer auf eine neue rechtliche Grundlage zu stellen, die den verfassungsrechtlichen Anforderungen genügen muss. Am 01.02.2019 hat das Bundesfinanzministerium ein Eckpunktepapier für die künftige gesetzliche Regelung veröffentlicht. Die nachfolgende hoch kontroverse Diskussion und das schleppende Gesetzgebungsverfahren lassen jedoch zweifeln, ob es rechtzeitig bis zum Jahresende zu einer gesetzlichen Neuregelung kommen wird. Der Beitrag wird die Mängel des bisherigen Systems und die zum Zeitpunkt des Vortrags absehbaren künftigen gesetzlichen Regelungen skizzieren. Zudem werden die Konsequenzen für die Kommunen dargestellt einschließlich des Falls, dass es nicht rechtzeitig zu einer gesetzlichen Neuregelung kommen wird.

By judgment of 10 April 2018, the Federal Constitutional Court has declared the provisions of the Valuation Act for the unitary valuation of real estate in the "old" Länder incompatible with the general principle of equality since the beginning of 2002 (1 BvL 11/14, 1 BvR 889/12 , 1 BvR 639/11, 1 BvL 1/15, 1 BvL 12/14). Adhering to the legislator at the 1964 main decision-making period leads to grave and extensive disparities in the valuation of real estate for which there is insufficient justification. Nevertheless, the Federal Constitutional Court has determined that the previous provisions "initially" until 31  December 2019 continued. Until that time, the legislature has to put the land tax on a new legal basis, which must meet the constitutional requirements. On 1 February 2019, the Federal Ministry of Finance published a key issues paper for the future legislation. However, the following highly controversial discussion and the sluggish legislative process make it questionable whether there will be a new law in time before the end of the year. The article will outline the shortcomings of the previous system and the foreseeable future legislation at the time of the presentation. In addition, the consequences for the municipalities are presented, including the case that there will not be time for a new legal regulation.

Dauer mit Diskussion: ca. 50 Minuten

Die Teilnehmer erhalten Begleitmaterial.


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